
«Es muss einfach sein und trotzdem überraschen.»
Seit drei Jahren begleiten wir «Art on Ice» als Weinpartner – und freuen uns auf fünf weitere gemeinsame Jahre! Grund genug, die Macher hinter der einzigartigen Show bei einem caffè im Più Europaallee zu treffen. Reto Caviezel, Mitgründer der erfolgreichen Eventagentur Carré Event AG, und Michael Gubelmann, CEO seit 2023, bringen Weltstars, Eiskunstlauf und grosse Emotionen zusammen. Wie daraus unvergessliche Erlebnisse entstehen und welcher Wein am besten zu «Art on Ice» passt, verraten uns die beiden im Gespräch.
Lieber Reto, lieber Michael, «Art on Ice» begeistert seit drei Jahrzehnten. Mit Bindella seid ihr nun eine Partnerschaft für die nächsten fünf Jahre eingegangen. Was braucht es, damit eine solche Partnerschaft funktioniert?
Reto Caviezel: Für mich muss vor allem die Chemie stimmen. Mit Rudi tut sie das definitiv. Wir wollen Partner an unserer Seite, die an die Sache glauben und zu hundert Prozent hinter ihrem Produkt stehen. Genauso, wie wir es auch tun. Wir möchten starke Brands und gute Geschichten mit an Bord haben. Umso mehr freuen wir uns, dass es gemeinsam weitergeht.
«Art on Ice» wurde sogar mit dem Xaver Award ausgezeichnet. Was macht aus einer guten Show ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt?
RC: Ich glaube, es ist die Einfachheit. Der Gast muss wissen, worauf er sich einlässt. Davon bin ich übrigens auch bei einem guten Restaurant überzeugt: Sobald ich ein Konzept erklären muss, verliert es an Charme. Bei uns könnte es einfacher nicht sein. «Art». «On». «Ice». Genau das bekommt man, wir tragen es schon im Namen. Michael Gubelmann: Es muss einfach sein, aber trotzdem überraschen. Unsere Gäste sollen die Show verlassen und das Gefühl haben, dass ihre Erwartungen übertroffen wurden.
Rudi Bindella im Gespräch mit Reto Caviezel
Also höher, besser, weiter? Hat sich die Erwartungshaltung des Publikums in den vergangenen dreissig Jahren verändert?
RC: Das würde ich gar nicht unbedingt sagen. In den 2010er-Jahren gab es diesen Anspruch von «immer besser», «immer mehr». Wir haben für uns irgendwann entschieden: Wir wollen nicht besser werden, aber wir müssen anders werden. Von Jahr zu Jahr muss sich etwas verändern. So bewahren wir eine gewisse Tradition und schaffen es gleichzeitig, unser Publikum immer wieder zu überzeugen.
MG: Ich höre sehr oft von Menschen, dass sie jedes Jahr mit derselben Person zu «Art on Ice» gehen. Es ist zu einer kleinen Tradition in ihrem Leben geworden. Solche Erlebnisse teilt man gerne mit Menschen, die einem nahestehen und wichtig sind. Für uns ist das natürlich die grösste Ehre, wenn wir Menschen berühren und Emotionen auslösen.
Da ist es, euer grosses Thema: Emotion. Events und Shows gibt es schliesslich noch und nöcher. Macht Emotion am Ende den Unterschied?
RC: Emotionen wollen heute alle hervorrufen. Bei uns entstehen sie vielleicht gerade deshalb, weil eben nicht alles perfekt ist. Dafür kommen bei «Art on Ice» schlicht zu viele Komponenten zusammen. Wir stehen für Echtheit, wir sind authentisch. Bei einem Musical ist jeder Schritt einstudiert, für jede Eventualität gibt es ein Back-up. Bei uns nicht. Es kann durchaus passieren, dass ein Eiskunstläufer einen Salto einmal nicht schafft. Es gibt Stürze. Unsere Künstlerinnen und Künstler singen immer live und vielleicht sitzt dabei auch einmal nicht jeder Ton. Das gehört dazu. Und genau das macht die Spannung aus. Man fiebert mit. Und daraus entstehen echte Emotionen.
Woran merkt ihr, dass eine Show das Publikum wirklich berührt?
MG: Ganz klar: Das spürt man. An der Energie vor Ort. Bei der Premiere sind wir immer hinter der Bühne und schon am ersten Abend zeigt sich, wie ein Konzept ankommt. Was mich nach wie vor sehr berührt – auch wenn ich da mittlerweile vielleicht etwas erfolgsverwöhnt bin –, sind Standing Ovations. Diese Geste gibt uns unglaublich viel. Dann wissen wir, es kommt an.
Sind das die Momente, die euch bestätigen, dass ihr den richtigen Beruf gewählt habt?
MG: Definitiv. Bei mir ist es wirklich die Premiere. Ich lasse es mir auch nicht nehmen, vorher eine Runde ums Hallenstadion zu drehen und in die gespannten Gesichter zu schauen. Es ist wunderschön zu sehen, wie sehr sich die Menschen auf den Abend freuen.
RC: Bei mir sind es zwei Momente. Wir planen und proben die einzelnen Komponenten einer Show monatelang. Die «fertige» Show sehen aber auch wir erst zwei Tage vor der Premiere zum ersten Mal. Dann kommen Technik, Künstlerinnen und Künstler, Musik, Acts und Eiskunstlauf zusammen – und natürlich die Übergänge. Die werden erst in dieser Phase wirklich definiert. Das Produkt von so viel Fleiss und Arbeit plötzlich als Ganzes zu sehen, ist überwältigend. Und dann gibt es noch einen zweiten Moment. Nach der Premiere ist die Anspannung zunächst weiterhin gross. Aber nach der vierten oder fünften Show, wenn sich alles eingespielt hat, suche auch ich mir einen ruhigen Platz. Ich habe da meine Geheimspots. Dann fällt unglaublich viel Anspannung ab und es übermannt mich manchmal schlicht. Da fliesst auch mal ein Tränchen.
Reto Caviezel und Michael Gubelmann im Più Europaallee. (v.l.n.r.)
Die ganze Show kommt tatsächlich erst wenige Tage vor der Premiere zusammen?
MG: Genau. Die einzelnen «Bausteine» werden separat geprobt. Erst zu diesem Zeitpunkt kommt alles zusammen. Danach haben wir noch die Möglichkeit, hier und da zu feilen.
RC: Auch das gehört zu unserem Beruf. Wir sehen natürlich jedes Detail und wissen genau, wo wir noch optimieren können. Und das machen wir dann auch.
Wie lange arbeitet ihr an einer neuen Ausgabe von «Art on Ice»?
MG: Das kann man pauschal gar nicht sagen. Die wirklich intensive Phase dauert aber sicher von Oktober bis Februar.
Und danach?
RC: Dann gibt es schon ein kleines Loch, das gebe ich zu. Plötzlich ist alles vorbei. MG: Es klingt vielleicht klischeehaft, aber ich vermisse sofort die Menschen. Man arbeitet über eine lange Zeit so eng mit so vielen Leuten zusammen und auf einmal fällt das alles weg.
Zeit, um sich zu erholen?
MG: Die brauche ich eigentlich nicht. Vielleicht zwei gute Nächte Schlaf. Aber ich liebe das, was ich tue. Es gibt mir Energie, anstatt mir Kraft zu rauben.
Bei so viel Herzblut gehört vermutlich auch Kritik dazu. Wie holt ihr Feedback zu euren Shows ein?
MG: Social Media ist heute ein wichtiger Kanal. Wir holen Feedback aber auch ganz aktiv ein, beispielsweise mit Umfragen. Gleichzeitig sind wir selbst wahrscheinlich unsere grössten Kritiker und hinterfragen uns kontinuierlich.
RC: Sehr wertvoll sind für uns natürlich auch die Rückmeldungen unserer Partner – von Rudi zum Beispiel. Aber genauso wichtig sind individuelle Meinungen, die uns direkt erreichen.
Reto Caviezel
Mitgründer von «Art on Ice» und Verwaltungsratspräsident der Carré Event AG. Seit den Anfängen prägt er die Erfolgsgeschichte der Show massgeblich.
Vor zwei Jahren habt ihr mit mentaler Gesundheit ein aktuelles und durchaus polarisierendes Thema aufgegriffen, letztes Jahr Mobbing. Was erwartet uns bei der nächsten Ausgabe?
MG: Wir wollen noch nicht zu viel verraten. Aber so viel kann ich sagen: Wir haben wieder grossartige Künstlerinnen und Künstler dabei.
… Jetzt sind wir natürlich neugierig.
MG (lacht): Okay, zwei verrate ich euch. Freya Ridings. Unsere Showproduzentin Marcella hat den Vorschlag eingebracht und sofort gesagt: «Stellt euch vor … sie am Piano, das Eis, unsere Eiskunstläuferinnen …» Sie denkt eben direkt in Shows. Und dann haben wir einen absoluten Entertainer dabei, Olly Murs. Dazu kommen natürlich auch Schweizer Künstlerinnen und Künstler.
Was wir auch bereits wissen: Bindella ist als Wein-Partner wieder mit dabei. Welche Rolle spielen Wein und Kulinarik für das Gesamterlebnis «Art on Ice»?
MG: Eine sehr wichtige! Jedes einzelne Element trägt zum Gesamtergebnis bei. Wenn die Gäste Bindella sehen, wissen sie: Das müssen gute Weine sein. Bindella steht für Qualität – und genau das ist uns bei der Wahl unserer Partner wichtig. Auch die Ferrari Bar hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer After-Show etabliert.
Michael Gubelmann
CEO der Carré Event AG und «Art on Ice». Er verantwortet die operative Führung und die Weiterentwicklung der verschiedenen Formate.
Zum Schluss müssen wir natürlich noch über Wein sprechen. Wenn «Art on Ice» ein Wein wäre – welcher wäre es?
RC: Auf diese Frage bin ich vorbereitet! Ein Ornellaia 1996. 1996, weil in diesem Jahr unsere erste Show stattfand. Und Ornellaia, weil er eine Cuvée aus vier Rebsorten ist – genauso wie «Art on Ice» vom Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Elemente lebt.
Sehr gute Antwort. Und was kommt bei euch privat ins Glas?
MG: Ich finde ja den Guado al Tasso stark …
RC: Und ich bin beim Lodovico. Jahrgang 2016 – grossartig!